Sonntag, 26. September 2010

Ein Tag in Cooktown

Heute Nacht hat es kräftig geregnet, aber am Morgen sind die Handtücher, die auf der Leine hingen, schon wieder trocken. Der Wind ist kräftig, die Luft verhältnismäßig trocken. Auf jeden Fall war es gut, dass wir unser gesamtes Arsenal an Vorzelten aufgebaut hatten.
Ein Bad im Pool, Frühstück mit Apfel, Passionsfrüchten und Müsli – der ganz normaler Auftakt eines Camper-Tages. Wir haben unseren Reiseplan überdacht und beschlossen, eine weitere Nacht hier zu verbringen und den Urlaub langsam ausklingen zu lassen.
Also muss die Gegend erkundet werden. Doch als wir uns aufmachen, brennt die Sonne bereits kräftig und wäre nicht ein frischer Wind, es wäre nicht auszuhalten. Trotzdem sind wir schon nach kurzer Zeit nass geschwitzt.Unser Rundgang führ uns über den erstaunlich großen Friedhof, dessen Grabsteine bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück reichen. Viele Menschen sind sehr jung gestorben, einige Wenige aber auch über 80 Jahre alt geworden. Manche Grabsteine sind auch sehr mehrkwürdig:
Weiter durch ein Mangroven-Sumpf-Gebiet mit interessanten Pflanzen, kleinen schwarzen Schlamm-Krebsen, die durch unsere Tritte aufgeschreckt blitzschnell in einem der vielen Löcher im Schlamm verschwinden. Cooktown selbst ist eigentlich nichts anderes als eine lange Hauptstraße, breit genug für vier ordentliche Fahrspuren, aber Autos fahren auch hier nur sporadisch. Rechts und links in gepflegten Abständen alte Gebäude, die zum Teil aus dem Ende der Goldrausch-Ära im vorletzten Jahrhundert stammen. Heute ist auch Sporttag im Bowls Club und wir beobachten die weiß gekleideten meist älteren Damen und Herren, die ellipsoiden Kugeln über eine Strecke von 30 Metern rollen, um sie möglichst nahe bei einer kleinen gelben Kugel zu platzieren. Haben alle ihren Wurf gemacht, marschieren sie als geschlossene Gruppe auf die andere Seite, messen aus, wessen Kugel der kleineren am Nächsten gekommen ist und dann geht das Spiel von neuem los. Eine schöne Sportart für Senioren ;-) (Details hier)
Ein Stück weiter am Strandweg ist ein sehr bescheidener Flohmarkt aufgebaut. Es gib schreckliches Kunsthandwerk, frisches Gemüse und frisches Obst, eine Open-Air-Friseurin, leckeren Kuchen, asiatische Frühlingsrollen und einen Stand mit Aborigines-Kunst. Die Menschen sind sehr freundlich, suchen gerne das Gespräch und haben immer Zeit für einen netten Schnack. Weiter geht es zum „Restaurant 1870" (benannt nach dem Jahr des Goldrausches)am bescheidenen Anlegesteg für Fischereiboote. Gleich daneben stehen ein paar Angler mit der Hoffnung auf Makrelen oder Baramundi. Aber außereinigen kleinen Köderfischen können wir keine Beute entdecken. Als es schließlich an der Angel eines Jungen mächtig ruckelt, ist die Aufregung groß. Doch obwohl immer mehr Leine gegeben wird ist die Beute irgendwann auf und davon.
Wir wandern wieder langsam zurück, viel zu schlapp um auf den als besonders schönen Aussichtspunkt beschriebenen Hügel zu klettern. Stattdessen ein kühler Drink (Gingerbeer – nein, das ist kein Bier sondern eine leider etwas zu süße Limonade mit kräftigem Ingwergeschmack, herrlich erfrischend) und ein äußerst preiswerter Internet-Zugang. Die Einträge für die vergangenen Tage werden eingestellt, die letzten Internet-Ausgaben des Weser Kuriers herunter geladen(Danke MC). Dann noch ein letzter Fußmarsch bis zum Erfrischenden Pool auf dem Campingplatz. Der Rest ist Pause, Mittagsschläfchen, Zeitunglesen und Warten auf das Abendessen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr! Das Foto vom Auto gefällt mir ganz besonders - Abendteuer pur. Auch die Bowl Damen herrlich, will ich auch.

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