Dienstag, 21. September 2010

Von Cobbold Gorge nach Undara

Na, das war eine Nacht! gegen 1 Uhr begann es zu regnen und zwar nicht wenig. Bis ich begriffen hatte, dass die hintere Tür noch offen stand, war es zu spät: es hatte hereingeregnet. Außerdem trommelte der Regen hörbar auf Dach und Plane. Irgendwann stoppte der Regen und als morgens um halb sechs die ersten Vögel mit ihrem Konzert begannen, war der Himmel zwar bedeckt, aber es regnete nicht mehr. Die zweite Überraschung kam, als wir alles gepackt und verstaut hatten: der Motor drehte zwei, drei Mal, aber er sprang nicht an. Zwei Nächte ohne Strom war wohl für die offensichtlich altersschwache Batterie zu viel. Mit vereinten Kräften haben wir den Wagen dann zu einem anderen Camper geschoben, das Überbrückungskabel angelegt und schon lief die Kiste. Uns bleibt auch nichts erspart.
Bei gelegentlichem leichtem Nieselregen ging es dann Hügel auf und Hügel ab weiter. Durch den Regen war die Staubschicht auf der Straße aufgeweicht und entsprechend matschig. Hin und wieder schlingerte unser Auto trotz Allrad hin und her. Unterwegs noch ein Stopp an der Copperfield Gorge, einer merkwürdigen Basalt-Schlucht mit lehmig-gelbem Wasser und später eine Mittagspause an einer einsamen Tankstelle an einer genau so einsamen Straßenkreuzung.
Ziel des Tages war Undara. Das Gebiet wurde vor etlichen Jahren von Farmland in ein Naturschutzgebiet oder National Park umgewandelt. Grund ist der besondere vulkanische Untergrund. Hier gibt es – einmalig auf der Welt – Vulkan-Tunnel. Als vor 125 Millionen Jahren der Vulkan Undara ausbrach, floss die Lava bergab und breitete sich über 100 Kilometer weit aus. Dabei passierte es, dass die obere Lavaschicht abkühlte und unten drunter die Lava heißer und flüssiger blieb und wie in einem Tunnel weiter floss. Als der Nachschub vom eigentlichen Vulkan ausblieb, floss die dünnflüssigere Lava nahezu vollständig aus diesen „Tunneln" heraus. Heute sind davon noch etliche Kilometer erhalten bzw. bekannt. Mit einer geführten Tour geht es dann in diese 40 Meter breiten und bestimmt 30 Meter hohen Tunnel hinein. Unser Guide gab viele schlaue Erklärungen, von denen wir nicht immer alles verstanden haben, aber es war auch so beeindruckend. Auf dem Hin- und Rückweg noch ein paar Informationen zu den verschiedenen Bäumen und Sträuchern und ober Wallabies, Walleros und Kängurus. Ich habe leider schon wieder vergessen, woran man sie unterscheiden kann (ich glaube, unter anderem an der Ohrenform).
Zurück in der Dämmerung haben wir schnell in der Camping-Küche unser Hühnchen-Fleisch auf den Grill geworfen und lecker gespeist. Leider fing es schon wieder an zu nieseln. Deshalb wurden schnell wieder alle Sachen im Wagen verstaut. Zum Bericht schreiben, haben wir uns in den großen, überdachten Bar-Bereich zurück gezogen. Außerdem soll hier gleich Ken, einer der Guides, Schwänke aus dem Leben im Outback erzählen. Wir sind gespannt.
Übrigens: die Temperatur ist deutlich gesunken. Angenehme 20 Grad bringen uns jetzt nicht mehr ins Schwitzen. Wir ahnen so langsam, warum wir im Gepäck für alle Fälle ein warmes Jäckchen eingepackt haben.

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