Heute Morgen haben wir uns ein wenig geärgert, weil wir statt auf dem staubigen Campingplatz besser ein Stück weiter an den Butterfly Falls gecampt hätten. Dieser wunderschöne, natürliche Pool mit einer Toilettenanlage wäre genau die richtige Outback-Übernachtungsmöglichkeit gewesen. Na ja, wir hatten uns einfach auf unsere Planung fixiert und nicht flexibel reagiert. So konnten wir eben anderthalb Stunden nach dem Start in den Tag diese wunderschöne Oase genießen.

Inzwischen hat der Verkehr deutlich nachgelassen: 5 Autos in anderthalb Stunden sind uns entgegen gekommen! Auf der unbefestigten Straße kommen wir gut voran. Hin und wieder eine sandige Stelle, manchmal eine kleine flache Wasserdurchfahrt. Nichts Spektakuläres.
Gegen Mittag erreichen wir Cape Crawford. Hier stößt der Savannah Way auf den Carpenteria Highway. Aber in Wirklichkeit gibt es dort nicht mehr als eine Tankstelle und einen Imbiss mit angeschlossenem Campingplatz. Und das ganze trägt den Namen „Heartbreak Hotel“.

Wir gönnen uns eine Pause, einen kleinen Imbiss und ein Schwätzchen mit unseren beiden Tischnachbarn Levi und Murray. Sie kommen von der Walmallow Station, einer Farm rund 140 km entfernt. Sie haben heute ihren freien Tag und gönnen sich deshalb diesen langen Ausflug, um mal in anderer Umgebung ein leckeres Bier zu trinken und andere Menschen zu sehen. Die Farm ist 10.000 qkm groß und beherbergt zurzeit über 40.000 Rinder. Bewirtschaftet wird das alles von gerade mal 15 bis 20 Menschen. Levi ist der Gärtner, Murray der Dweller. Er kümmert sich um mehrere dutzend Wasser-Bohrlöcher, hält sie in Betrieb und bohrt an neuen Stellen nach Wasser, dass aus Tiefen zwischen 30 und 110 Metern gefördert wird. Für uns ein kurze, aufschlussreiche Infoveranstaltung über das australische Farmleben. Eigentlich wollten wir von hier aus einen Helikopterrundflug über „Lost Citiy“ machen. Das ist eine interessante Gesteinsformation, die nicht auf dem Landweg zu erreichen ist und so aussieht, wie eine Stadt mit vielen Hochhäusern aus Stein. Aber die Saison ist vorüber, werden wir belehrt und der Helikopter-Pilot ist vor zwei Wochen in lukrativere Gegenden umgezogen.
Zur Abwechslung können wir nun mit 110 km/h auf einer asphaltierten Straße gen Borroloola rauschen. Hier werden wir aber erst morgen vorbei schauen, denn das Museum ist am Sonntag geschlossen. Wir fahren stattdessen weiter nach King Ash Bay, einem „der“ Spots für Angler. Auf einem riesigen Campingplatz stehen jede Menge Camper mit Booten auf Trailern und man sieht schnell: hier dreht sich alles nur um den beliebtesten Fisch dieser Gegend, den „Baramundi“.
Das kleine Open Air-Restaurant füllt sich schnell. Heute ist Grill-Time und das bedeutet: für 15 Dollar gibt es wahlweise Lamm oder Beef mit gegrilltem Gemüse und eine schönen pampigen Sauce. Aber es schmeckt. Angler sind schon eine merkwürdige Spezies.
Frage: Wenn einem so wenig Auto begegnen, grüßt man dann die Vorbeifahrenden oder macht Lichthupe? Birte
AntwortenLöschenNa klar gruesst man sich : per Handzeichen
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