Dienstag, 21. September 2010

Von Normanton nach Karumba

Zurück in der Zivilisation. Vorläufig müssen wir auf keiner Gravel Road mehr fahren, keine Ruckelei auf ausgefahrenen Waschbrettstraßen, fast ein wenig langweilig. Auf jeden Fall hat uns die Zivilisation wieder. Es geht über ganz flaches Land. Hier und da ein paar Tümpel, an denen langbeinige Vögel oder Rinder stehen. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Landstrich während der Regenzeit unter Wasser steht. Karumba hat eine gewisse bedeutung als Fischer-Stadt. Hier werden Prawns gefangen und natürlich Baramundi geangelt.
Und hier ist ein wichtiger Umschlagplatz für Zinn und Blei aus einer 354 Kilometer entfernten Mine. Dort wird das Erz zu Staub zermahlen, mit Wasser zu einem dickflüssigen Schlamm verwandelt und dann in einer 30 Zentimeter dicken Pipeline hierher transportiert wird. Angeblich ohne Pumpen, nur auf Grund des Gefälles. Den Gesetzen der Schwerkraft sei Dank. Hier in Karumba wird dem Schlamm das Wasser entzogen, es werden kleine Pellets daraus gemacht und die dann mit einem Transportschiff raus in den Golf von Carpenteria gebracht. Das Problem ist, dass dieser Golf sehr flach ist und die großen Frachter sich der Küste allerhöchstens auf etwa 35 Kilometer nähern können. Jedes Mal, wenn sie ein wenig Fracht aufgenommen haben, müssen sie ein Stück weiter raus ins tiefere Wasser, um auf die nächste Lieferung zu warten.
Müßig zu sagen, dass man auch hier an der Mündung des Norman Rivers nicht baden darf. Warum, das haben wir auf einer Tour mit dem „Ferryman" von den Norman River Cruises erfahren. Wir haben nämlich eine „Gulf Sunset Willife Cruise" gebucht. Zusammen mit ungefähr 20 anderen Touristen ging es ein Stück den Norman River hinauf, vorbei am Fischereihafen (haha) und an der Zinn-Verladestation. Dabei wurden die über uns kreisenden Raubvögel mit kleinen Fischen gefüttert. Außerdem konnten wir ein Seeadler-Paar beobachten. Auf dem Weg zum Sonnenuntergang raus in die Mündung dann endlich ein großes Krokodil am Strand. Es war etwa 4 Meter lang und sah schon sehr beeindruckend aus.
Die Sonne im Meer untergehen zu sehen ist für die Menschen aus Queensland etwas besonderes, denn nirgendwo als in Karumba ist das in ihrem großen Bundesstaat möglich. Sie können „nur den Sonnenaufgang an der anderen Küste sehen.
Obwohl es während der Bootstour ein paar Snacks (natürlich auch Prawns) gab, konnten wir doch der Versuchung nicht wiederstehen, Bramundi zu Abend zu essen. Ein in allen Reiseführern empfohlener Platz ist Ash’s Cafe, ganz in der Nähe des Campingplatzes. Fish and Chips heißt hier: zwei saftige Stücke Backfisch zusammen mit einem Haufen Pommes eingewickelt in Papier. Gegessen wird aus der Verpackung, mit den Händen. Eine sehr rustikale Art. Aber keine Frage: der Fisch war lecker. Zurück auf dem Campingplatz dann die Überraschung: wieder ein Reifen platt. Diesmal der rechte Hinterreifen. Die Konsequenz war eine etwas schiefe Nacht. Das war aber nichts gegen die zahlreichen neuen Mückenstiche, die wir uns hier eingefangen haben. Scheiß Viecher!

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