Dienstag, 14. September 2010

Vom Lichtfield Park in den Kakadu Park

Unsere Tagestour hat uns heute vom Campingplatz Tumbling Waters im Litchfield National Park zunächst zu den Wangi Falls geführt. Von dort über Batchelor auf den Stuart Highway, dann über eine Abkürzung zum Arnheim Highway und dann über die Old Jim Jim Road nach Cooinda im Kakadu National Park.Sobald sich morgens die erste Dämmerung zeigt, beginnen die Vögel ihr Konzert. Die Bandbreite der Vogelrufe ist groß. Mitten drin das Kreischen der Pfauen, die auf dem Campingplatz zu Hause sind. So bald die Sonne aufgegangen ist, wird es merklich leiser. Dafür beginnen hier und da die Grillen (oder sind es Zikaden?) mit ihrem Gezirpe, dass in Deutschland mindestens den Einbau von Lärmschutz-Fenstern rechtfertigen würde.Kurz hinter dem Campingplatz führt eine unbefestigte Straße in den Lichtflied NP. Sie ist in hervorragendem Zustand. Umschalten auf Allrad ist nicht erforderlich. Die erste Station war eine kleine, vor 60 Jahren geschlossene Zinn-Mine. Dann weiter zu den Wangi Falls. Ein großer und ein kleiner Wasserfall stürzen rund 70 bis 80 Meter in einen großen Pool mit klarem Wasser. Ein beliebter Ausflugsort, aber zum Glück war heute nur wenig Andrang. Es tut gut, in dem angenehm temperierten Wasser zu schwimmen und sich am Wasserfall den Rücken massieren zu lassen. Hier treffen wir auch unsere beiden Schweizer, Kurt und Muriel, wieder. Sie haben schon das erste Abenteuer hinter sich: sie sind mit ihrem Camper im Sand stecken geblieben und mussten sich mit der Seilwinde selbst befreien.Weiter auf einer guten Asphaltstraße Richtung Batchelor. Das ist eine Ansammlung von zwei Tankstellen, einer Schmetterlingsfarm mit angeschlossenem Cafe, einem Supermarkt ein paar Häusern und einer Journalistenschule(!) Bevor wir dort pausierten, hatten auch wie unser kleines Abenteuer. Ein leichter Geruch nach einer Mischung aus Chemie und heißem Gummi stieg uns in die Nase. Er kam offenbar von einem vorausfahrenden Pkw. Ich vergrößerte den Abstand, aber plötzlich verschwand der Wagen vor uns in einer großen Qualmwolke.Der Fahrer lenkte auf den Seitenstreifen und die drei Insassen flüchteten aus dem Auto auf die andere Straßenseite. Man konnte sehen, dass unter dem Fahrzeug bereits ein paar Flammen züngelten. Teilweise vom Gras des Seitenstreifens, teilweise vom Auto selbst. Die drei jungen Leute hatten vor lauter Angst noch nicht mal den Motor abgestellt. Ich habe in ausreichendem Abstand angehalten,. den Feuerlöscher gegriffen und bin losgespurtet. Während ich mit zwei gezielten Pulverstößen aus dem kleinen Feuerlöscher den Brand bekämpfte, war Gisela genau so geistesgegenwärtig. Sie griff zur Kamera und dokumentierte den Zwischenfall. Zum Glück reichte die Füllung des kleinen Löschers, um die Flammen dauerhaft zu löschen. Wir haben dann einen der jungen Männer mitgenommen zur nächsten Tankstelle, damit er den Automobilclub benachrichtigen konnte. Und wir konnten uns gar nicht beruhigen ob unseres „heldenhaften“ Einsatzes.
Bei dem Versuch, die Abkürzung zur Arnheim Road zu finden, haben wir uns mächtig verfahren und mussten nach 30 Kilometern auf einer Sackgasse wieder umdrehen. Man muss sich schon auf die richtige Karte verlassen! Langsam wurde die Zeit bis zur Dunkelheit knapp. Also haben wir noch eine Abkürzung genommen über ungefähr 60 Kilometer unbefestigte Straße. Sie war ebenfalls in exzellentem Zustand, so dass wir mit Einbruch der Dämmerung in der Gagudju Lodge in Cooinda eintrafen. Das ist ein großer Campingplatz mi nahezu allem Zick und Zack, eine Bar, ein Restaurant, Pool….
Hier ist der Ausgangspunkt für beeindruckende Bootstouren auf den Yellow Waters. Viele und seltene Wasservögel, andere Vögel und natürlich auch große und kleine Krokodile kann man hier morgens oder abends vom Boot aus mit sachkundigen Erläuterungen sehen. Wir haben eine solche Tour bei unserem letzten Besuch im Kakadu NP bereits gemacht. Deshalb wollen wir morgen lieber früh aufbrechen zu den Jim Jim-Falls und den Twin Falls. Denn bei unserem letzten Besuch war der Track dorthin selbst für Allrad-Fahrzeuge gesperrt.

4 Kommentare:

  1. Ich habe gerade entdeckt, dass wieder neue Berichte eingestellt sind. werden sie heute als gute Nacht Geschichte lesen. sind gespannt. Birte

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  2. Ich erspare mir das engl. Wort für Feuerlöscher und taufe dich auf den Namen "GRISU"! Willkommen bei der Behörde (Herr Knorr lässt grüßen).
    Heiner

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