Dienstag, 21. September 2010

Von Karumba nach Cobbold Gorge



Wie immer findet man auf einem Campingplatz hilfreiche Geister. In diesem Fall drei Angler, die einen kleinen Kompressor ausleihen konnten. Denn unter die Seite mit dem flachen Reifen hätte ich den Wagenheber nicht drunter bekommen. Also: Reifen aufgepumpt, Wagenheber drunter, aufgebockt und den Ersatzreifen eingewechselt. Abgesehen davon, dass ich anschließend dreckeig und durchgeschwitzt war, kein Problem. Obwohl es Sonnabend war, hatte eine Tankstelle mit Workshop geöffnet und wir bekamen den Reifen repariert und wieder ausgetauscht. Nun konnte es weiter gen Osten gehen.
Nächste Station war Georgetown. Eine Stadt mit dreihundert Einwohnern, drei Tankstellen und dem angeblich ältesten Store von ganz Australien, der noch in Betrieb ist. Eine echte Rumpelbude. Eine Mischung aus altertümlichen Store und Museum. Der Besitzer war etwas gesprächig und berichtete uns, das ein paar Straßenecken weiter ein …. Festival in Gang sei. Ein Viehgatter, in dem in der Mittagshitze ein paar Kinder Pferderennen auf Steckenpferden veranstaltet. Dann war da noch eine große Bühne für die abendliche Musikveranstaltung, drei Stände, an denen Cowboy-Zubehör, Schmieröl und Farmzubehör angeboten wurden. Das war’s.
Statt länger zu warten, was dort noch passieren würde, fuhren wir ein paar Kilometer an den Lake Belmore. Das ist ein kleiner Stausee, in dem wir wunderbar schwimmen konnten. In Georgetown, einer alten Goldgräberstadt, gibt es auch ein altes Museum und eine Ausstellung von zahlreichen Mineralien, die zum Teil hier in der Gegend gefunden wurden. Übrigens: Historische Stätten sind auch so ein Thema. Da wird gerne mal viel Gedöhns um wenig gemacht. Ein paar Tage vorher passierten wir eine empfohlene Besuchsstätte, an der wohl eine wichtige Fleischfabrik gestanden hatte. Übrig geblieben waren ein paar verbeulte Dampfkessel. Oder in Georgetown die Chinatown. Außer den uninteressanten Grundmauern des chinesischen Tempels war da nicht viel zu sehen. Na gut, wenn eben sowieso sonst nicht viel zu sehen ist, dann kann man auch um Kleinkram etwas mehr Aufhebens machen.
In Georgetown sind wir vom Savannah Way abgebogen und noch etwa eine Stunde auf unbefestigten Straßen hierher nach Cobbold Gorge gefahren. Endlich mal wieder eine abwechslungsreichere Strecke, Kleine Hügel, die auch mal einen Blick über größere Entfernungen erlaubten. Und hier passierte es dann: Regentropfen auf der Windschutzscheibe!!!!!!!!!!!!!!!!
Am Morgen hatten wir noch den üblichen strahlend blauen Himmel und eine leichte Brise. Dann entwickelten sich ganz kleine fluffige Wölkchen. Eine Wohltat für das Auge, mal nicht das ewige Blau zu sehen. gegen Mittag hatten sich die kleinen Wölkchen zu ansehnlichen Cumuluswolken entwickelt. Sie türmten sich nicht ganz so hoch auf, wie bei uns. Kachelmann hätte sie vielleicht als Blumenkohl-Wolken bezeichnet, aber ich würde sie eher als kompakte Wattebäuschchen beschreiben. Wieder eine Stunde später hatten sie sich zu Wolkenstraßen aneinandergereiht mit klar abgegrenzten Untergrenzen. Noch ein wenig später dann erste Vereinigungen, die schon etwas dunklere Farbe annahmen und in der Ferne konnte man schon Regenschleier erkennen. Und dann erwischten uns auch ein paar Tropfen. Aber erst, als wir hier unser mobiles Häuschen aufgebaut hatten fing es erneut an zu regnen. Also haben wir endlich unser Vorzelt heraus gekramt, Heringe in den Boden geschlagen und unseren persönlichen Sonnen- und Regenschutz aufgebaut. So konnten wir unser vorgestern erworbenes Steak ganz in Ruhe braten und verzehren.

2 Kommentare:

  1. ist es sehr ungewöhnlich, dass es dort regnet?

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  2. Moin aus Juist; Irgendwie macht das Auto den Eindruck, als wenn es an einem Montag gebaut wurde;-))
    LG
    Heiner

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