Dienstag, 14. September 2010

Von King Ash Bay nach King Fisher Camp

Vor der heutigen Strecke hatte man uns ein wenig Angst gemacht. „Viele Flussdurchfahrten und eine corrugated road, also eine Straße mit Waschbrett-Oberfläche. Die vielen Flüsse stimmten halbwegs, aber nur bei einer Durchfahrt war das Wasser etwas tiefer und wir sind gewaltig über kopfgroße Steine geholpert. Das mit dem Waschbrett hielt sich in Grenzen, man konnte lange Abschnitte auf dieser unbefestigten Straße mit 80 bis 100 km/h entlang brettern.Die Strecke selbst war recht eintönig. Mal gab es rechts und links der Straße kleine bis mittlere Termitenhügel, mal wechselte die Baumart, aber ansonsten keinerlei Abwechslung. Eigentlich hatten wir erwartet, dass wir kaum Autos begegnen würden, aber als uns innerhalb von 5 Minuten zehn Wagen entgegen kamen, kamen uns doch Zweifel, ob wir wirklich im Outback waren ;-)
Nach dem Aufbruch von dem sehr mit Anglern belebten Campingplatz mit einem lärmenden Stromgenerator und versehen mit weiteren ärgerlichen Mückenstichen steuerten wir Boroloola an. Hier leben rund 1.040 Menschen, davon 75 % Aborigines. Es gibt eine Schule, eine Gemeindeverwaltung, drei Tankstellen, zwei Supermärkte, einen kleinen Flugplatz und in der ehemaligen Polizeistation ein liebevoll gestaltetes Museum, dass ein wenig die Geschichte des Ortes aufarbeitet.
Trotz der guten Straße kommt man gerade mal auf einen Schnitt von 60 bis 65 Kilometern pro Stunde. Zum Glück haben wir die meiste Zeit die Sonne neben oder hinter uns, was das Fahren deutlich angenehmer, aber keineswegs kühler macht. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad schafft unsere Klimaanlage nur partielle Linderung. Nach knapp vier Stunden fahren wirüber die Grenze nach Queensland. Wenig später halten wir am Rasthaus „Hells Gate“. Im 19. Jahrhundert wurden Reisende aus Queensland hierher unter Polizeischutz begleitet, danach ging es auf eigenes Risiko nach Norden weiter. Zwei Zapfsäulen, ein staubiger Campingplatz, ein Kiosk und ein Imbiss – mehr ist Hells Gate nicht. Direkt daneben ist eine Landepiste auf der sich jemand an einem kleinen einmotorigen Flugzeug zu schaffen machte. Natürlich haben wir Kontakt zum Piloten aufgenommen. Peter Swanson kommt aus Perth und hatte, wie er sagte, lange und viel gearbeitet, etwas Geld beiseitegelegt und nun erst mal Lust auf eine langePause und einen langen Flug. Mit seiner fast 65 Jahre alten Cessna 140 hangelte er sich von Flugplatz zu Flugplatz durch – in etwa auf derselben Route, die wir fahren. Wir haben natürlich auch von unseren Flugabenteuern in Australien und Amerika erzählt.
Nach weiteren 100 Kilometern mussten wir vom Savannah Way abbiegen und 40 Kilometer auf einer einspurigen Straße mit einigen Sandlöschern fahren. Nach ungefähr 20 Kilometern kam ein Schild: Camp Ground closed. Das haben wir einfach ignoriert und sind weiter gefahren. Das war eine gute Entscheidung. Direkt neben dem Nicholson River liegt ein idyllischer Platz mit vielen großen Bäumen und reichlich Schatten. Von wegen geschlossen. Vor uns sind bereits zwei andere Camper angekommen und nach uns trifft auch noch eine Familie ein. Der wahre Grund ist: der neue Betreiber ist erst seit vier Wochen hier und hat eigentlich noch keine Zeit, sich um das Campinggeschäft zu kümmern.
In dieser Idylle könne wir den anstrengenden Tag mit gebratenen Hühnerbeinen, eine Scheibe Toast und Tomaten als Beilage gut beschließen.

2 Kommentare:

  1. Hühnerbeine also! Wie schmeckt denn die Schokolade??? ;-) Birte
    P.s.: Noch kein Fisch bei den ganzen Anglern?

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  2. Schokolade haben wir nicht probiert. Huehnerbeine ohne Knochen : vom Grill lecker

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